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Bilder und Texte zu den vergangenen Filmtagen

„Sonjas Rapport“ und der Umgang mit der Vergangenheit

Der Film und das anschließende Filmgespräch am  Sonntag, dem 10. März 2019 ab 15.00 Uhr zeigten mehrere interessante Besonderheiten auf: „Sonjas Rapport“ liegt nur in einer 35 mm-Kopie vor und ist ein schwarz/weiß Film. Ersteres bedeutet, dass das Domstadtkino noch die dazu notwendige Abspieltechnik haben musste. Aber auch der Inhalt ist so einfach nicht in der heutigen Zeit zu bewerten, immerhin geht es um Spionage für einen sozialistischen Staat. Dieses Thema ist zur Zeit nicht aktuell.

Aber auch die beiden Gesprächspartner, Erwin Berner, Sohn von Eva und Erwin Strittmatter, und Wolfram Adolphi als Moderator, haben beide mit der Vergangenheit ihrer Vorfahren zu tun. Demzufolge stellte sich im Gespräch die spannende Frage, wie damit umzugehen sei. Muss die heutige Generation diese Geschichte annehmen oder wie ist damit offensiv und öffentlich zu verfahren? Beide konnten konstatieren, dass eine öffentliche Kommunikation zum Verständnis dessen, was Menschen zum Handeln bewegt hat, immer noch die bessere Variante ist, auch um das Heute zu verstehen. Doch dass dies immer noch Mut erfordert, spricht nicht unbedingt für eine tolerante und offene Gesellschaft.

„Die Hexen von Salem“ mit Jean Paul Sartre als Drehbuchautor

Der Film lief am Sonntag, dem 10. März 2019 um 13.30 Uhr und ist eine der Koproduktionen zwischen der DEFA und Frankreich, die Ende der 50er Jahre gedreht wurden; Jean Paul Sartre ist der Drehbuchautor. Doch nicht allein das sind Faktoren, die einen „alten“ Film heute als interessant erscheinen lassen. Wie schnell werden aus „Anschuldigungen“, aus „falschen Fakten“ Tatsachen geschaffen, deren Entwicklung sich nicht mehr kontrollieren oder aufhalten lässt.

Wolfgang Kubak berichtete zur Einführung kompetent über die Historie des Films in seinem Kontext.

„Die erste Reihe“ - polarisierende Darstellung des Widerstands

„Die erste Reihe“ – Sonntag, 10. März 2019, 13.30 Uhr

Gezeigt am Sonntag, dem 10. März 2019 um 13.30 Uhr war Ein Film, der polarisierte, nicht unbedingt vom Inhalt her, aber, vielleicht, von der Darstellung des Widerstandes gegen die Machtergreifung der Nazis nach 1933. Die Frage, die sich daraus ergibt, wie lässt sich der Widerstand darstellen und was ist daraus für heute, für die Auseinandersetzung mit rechtem, faschistischem Gedankengut, abzuleiten.

Im Filmgespräch diskutierten mit Curt Stauss Johanna Schall und Eberhard Görner.

Amateurfilmrunde

Traditionell versammelten sich am Sonntag, diesmal dem 10. März 2019 um 12.00 Uhr, die Liebhaber des Amateurfilms im Domstadtkino. Auch, wenn sich der Schwerpunkt immer mehr zur digitalen Videobearbeitung verschiebt, bleibt das Interesse an diesem Erfahrungsaustausch ungebrochen.

Helmut „Humus“ Pöschel, schon zum Inventar gehörend, zeigte gemeinsam mit „Egon“ von der „Würchwitzer Olsenbande“ einen Bericht über die Reise des Filmteams zu den Bunkern in Jütland und zur Eröffnung des legendären Stellwerks nach Gedser.
Silvio Geißenhöner hatte zwei Filme mitgebracht, die im Zeitraffer Impressionen aus Leipzig und aus der Sächsischen Schweiz zeigten. Daraus ergab sich viel Gesprächsstoff zu der verwendeten Aufnahmetechnik und der Motivwahl.
Henriette Wolf stellte mit „Merseburg ONE2" das Merseburger Raumfahrtprogramm vor, das die vor einigen Monaten publik gewordenen Pläne der USA und Bayerns toppen würde. Hier waren es vor allem die Animationen, die das Interesse der Zuschauer weckten. Bedauerlicherweise erwies sich die Dokumentation am Ende als Fake-News.
Moderator Lorenz Schill vom Offenen Kanal Merseburg-Querfurt erinnerte an den kürzlich verstorbenen Filmvorführer und Amateurfilmer sowie langjähriger Besucher und Akteur der Amateurfilmrunde Harry Lauterbach mit einem seiner Filme.
Auch wenn die Runde recht klein war, hatten die anwesenden Enthusiasten viel Freude an den Filmen der gestandenen Amateurfilmer, aber auch an den jungen Leuten, die sich über den Offenen Kanal Merseburg-Querfurt gefunden haben.