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Bilder und Texte zu den vergangenen Filmtagen

„Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ - Stummfilm mit Klavierbegleitung

Der Stummfilm mit Klavierbegleitung ist inzwischen zu einer kleinen Tradition innerhalb der Merseburger DEFA-Filmtage geworden. „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ gehört dazu und wurde am Sonntag, dem 10. März 2019 um 11.00 Uhr gezeigt. Einige technische Daten: der Film war in etwa 288 m lang und die Kiste mit den Filmrollen brachte ein Gewicht von etwa 40 kg auf die Waage. Da die Filmenden nicht mehr verklebt werden durften, gab es zwischendurch immer kurze Pausen, was die Zuschauer mit Geduld und Verständnis tolerierten. Was die Filme geben und was mit moderner Technik nicht eingefangen werden kann, ist das authentische Bild dieser Zeit. Für uns heute wirkt die Gestik und Mimik übertrieben, aber andere Mittel der Kommunikation, bis auf Zwischentexte, hatten die Darsteller nicht. Der Pianist Günter A. Buchwald und Wolfgang Kubak diskutierten nach dem Film über die Rolle der Musik im Stummfilm.

„Der geteilte Himmel“

Erfreulich und auffallend, zum Film, 1964 erschienen und damit 55 Jahre alt, kamen am Sonnabend, dem 9. März 2019 um 19.00 Uhr Zuschauer, die wesentlich jünger als der Film sind. Daraus lassen sich zwei Dinge schließen: zum einen gibt es ein Interesse daran zu erfahren, warum jemand die DDR verlassen hat, zum anderen steht bei jungen Menschen auch heute immer noch die Entscheidung zwischen beruflicher Karriere und einer Beziehung an, die zu einer örtlichen Trennung führt. Oder es ist die Frage zu klären, woran die Beziehung zerbrochen ist, was sie nicht aushalten konnte.  Es kann allerdings auch sein, dass die sehr bewusst langsam gehaltene Kameraeinstellung die Handlungen nachvollziehbar, verständlich werden lässt und dies den Reiz des Filmes ausmacht.

Zum Filmgespräch war Renate Blume geladen, die ihre erste große Hauptrolle als Studentin in diesem Film spielte. Und hier gleich mit den Größen der DEFA und des Theaters, wie Eberhard Esche, Hans Hardt-Hardtloff, Hilmar Thate, Martin Flörchinger, Erika Pelikowski, Agnes Kraus, gemeinsam vor der Kamera stand.

„Die Toten bleiben jung“

„Die Toten bleiben jung“, gezeigt am Sonnabend, dem 9. März 2019 um 18.00 Uhr, ist ein Werk, das den zeitlichen Rahmen vom Ende des ersten bis zum Ende des zweiten Weltkrieges umfasst. Anna Seghers schafft es, anhand von Familiengeschichten, die Komplexität der geschichtlichen Ereignisse lebendig und nachvollziehbar zu erzählen. Welche Möglichkeiten hat der/die Einzelne aus seinen/ihren Verhältnissen herauszukommen und wie geschickt kann die Politik diese Zwickmühlen ausnutzen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen und die Einzelnen darin einzubinden. Dieter Wien war einerseits überrascht, zu diesem Film eingeladen zu werden, ist er doch lange nicht mehr gezeigt worden - andererseits, mit welcher Eindringlichkeit dieser Film die Gefahren einer rechten Ideologie aufzeigen und wie schnell sich darin verfangen werden kann - einschließlich der Konsequenz eines verheerenden Krieges.

„Lotte in Weimar“ - eine Klassiker-Verfilmung mit Anspielungen

„Lotte in Weimar“- eine Klassiker-Verfilmung am Sonnabend, dem 9. März 2019 um 16.00 Uhr – mit vielen Anspielungen auf den DDR-Alltag (doch dazu musste man ihn kennen). Und eine Egon Günther Verfilmung, in der er gern Jutta Hoffmann einsetzte. Und sie schafft es, den Punkt auf das „i“ zu setzen.

Im anschließenden Filmgespräch bringt Ulrich Jacobi eine andere Seite von Jutta Hoffmann dem Publikum nah, ihr Engagement als Theater-Schauspielerin.