Der Film und das anschließende Filmgespräch am  Sonntag, dem 10. März 2019 ab 15.00 Uhr zeigten mehrere interessante Besonderheiten auf: „Sonjas Rapport“ liegt nur in einer 35 mm-Kopie vor und ist ein schwarz/weiß Film. Ersteres bedeutet, dass das Domstadtkino noch die dazu notwendige Abspieltechnik haben musste. Aber auch der Inhalt ist so einfach nicht in der heutigen Zeit zu bewerten, immerhin geht es um Spionage für einen sozialistischen Staat. Dieses Thema ist zur Zeit nicht aktuell.

Aber auch die beiden Gesprächspartner, Erwin Berner, Sohn von Eva und Erwin Strittmatter, und Wolfram Adolphi als Moderator, haben beide mit der Vergangenheit ihrer Vorfahren zu tun. Demzufolge stellte sich im Gespräch die spannende Frage, wie damit umzugehen sei. Muss die heutige Generation diese Geschichte annehmen oder wie ist damit offensiv und öffentlich zu verfahren? Beide konnten konstatieren, dass eine öffentliche Kommunikation zum Verständnis dessen, was Menschen zum Handeln bewegt hat, immer noch die bessere Variante ist, auch um das Heute zu verstehen. Doch dass dies immer noch Mut erfordert, spricht nicht unbedingt für eine tolerante und offene Gesellschaft.