Die Freude war groß, als Dieter Mann Gast der DEFA-Filmtage war. Er war freudig überrascht, dass der Kinosaal voll besetzt war. Faszinierend an Dieter Mann ist für mich sein Einsatz der Sprache. Im Gespräch für das mdr figaro – cafè extra mit Knut Elstermann konnte man spüren, was Stille bedeutet. Er machte sie hörbar. Auch heute ist es für mich immer wieder ein Hochgenuss, wenn er bei mdr kultur zur Lesezeit liest.
Die interessantesten Geschichten entstehen aus Begegnungen mit unseren Filmstars. Wenn man sie erst einmal an der Strippe hat, ist ein Besuch bei den DEFA-Filmtagen oft nicht mehr weit. Wie bei Angelica Domröse und Hilmar Thate. Bei einem Treffen in einem kleinen Cafè in Westberlin kamen wir dann schnell ins Gespräch. Unser gemeinsames Highlight war der Film „Fleur Lafontaine“. Zwei Tage vor der Eröffnung der Filmtage erhielten wir die Rechtefreigabe und atmeten alle erleichtert auf.
2025 dreht sich in Merseburg alles um das Thema Freiheit
Merseburg. Die DEFA-Filmtage feiern ihren 20. Geburtstag! Unter dem Motto „Thomas & Jakob und der Traum vom Leben“ bringt die Jubiläumsauflage vom 11. bis 13. April 2025 im Domstadtkino Merseburg zwei wichtige gesellschaftliche Ereignisse auf die Leinwand. Obwohl sie beide hunderte Jahre trennen, ist ihr verbindendes Thema Freiheit.
Es sind noch knapp zwei Monate bis zum Start der 20. Merseburger DEFA-Filmtage „Thomas & Jakob und der Traum vom Leben“, 11. bis 13. April 2025, doch das Programm ist so gut wie aufgestellt. Wir, der Förderverein Kino Völkerfreundschaft Merseburg e.V., konnten für alle von uns aufgestellten Filme Gäste zum Filmgespräch einladen. Das ist bei Filmen, die bereits vor 60 oder 70 Jahren gedreht wurden, so einfach nicht. Doch es gibt inzwischen viele Menschen und Institutionen, die sich mit dem Erbe der DEFA befassen und gern die Möglichkeit annehmen, bei unseren Filmtagen ihr Wissen mit den Zuschauern zu diskutieren. Die DEFA-Filme sind inzwischen auch für Menschen interessant, die sie in ihrer Jugend nicht gesehen haben, oder sie kommen aus den westlichen Bundesländern und was daran positiv ist, es gibt ihrerseits einen interessierten Blick sowohl auf die Filminhalte als auch auf die Technik zur Aufnahme und zur Produktion der Filme.
In diesem Jahr kann der Förderverein Kino Völkerfreundschaft zu den 20. Merseburger DEFA-Filmtage alle interessierte, alte und neue Freunde dieses kulturellen Ereignisses in das Domstadtkino einladen. 19-mal je 16 Filme und noch immer gibt es Filme der DEFA, die zu den Filmtagen noch nicht gelaufen sind. Und es stehen bei den 20. Filmgäste im Programm, die noch nicht zum Filmgespräch geladen wurden. Also, ein guter Grund, sich das Wochenende 11. bis 13. April 2025 für einen Besuch im Domstadtkino freizuhalten.
Im Alter von 86 Jahren verstarb am 5. Dezember 2024 die bekannte DEFA-Schauspielerin CHRISTEL BODENSTEIN (1938-2024).
Geboren und aufgewachsen in München kam sie 1949 nach Leipzig. Ab den späten 1950er Jahren war sie in zahlreichen Filmen zu sehen. Ihre wohl bekannteste Rolle war die der hochmütigen Prinzessin Tausendschön in „Das singende, klingende Bäumchen“ (1957) an der Seite des ebenfalls 2024 verstorbenen Eckart Dux als Prinzen. Bis heute begeistert der Märchenfilm Groß und Klein.
Unter der Regie ihres ersten Mannes, Konrad Wolf, wurde die Titelrolle in „Der kleine Prinz“ (1966) mit ihr trefflich besetzt. Zu ihren bekanntesten Unterhaltungsfilmen zählen „Silvesterpunsch“ (1960), „Revue um Mitternacht“ (1962) oder auch die Romanverfilmungen „Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück“ (1962).
Einige Male durften wir Christel Bodenstein als Gast bei den DEFA-Filmtagen in Merseburg begrüßen, wo sie eindrucksvoll aus ihrem Leben und Filmschaffen berichtete und dabei immer bodenständig und herzlich auftrat. Ihren Angehörigen sprechen wir unsere aufrichtige Anteilnahme aus.
Zwei gesellschaftliche Ereignisse sollen sich in den ausgewählten DEFA-Filmen 2025 spiegeln: das jüdische Leben – 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz – und der Bauernkrieg – vor 500 Jahren fanden die Kämpfe unter Thomas Müntzer in Mitteldeutschland statt. Zwei Ereignisse, die auf dem ersten Blick vielleicht nicht viel miteinander zu tun haben. Aber beide sprechen von einem Kampf um Freiheit, Anerkennung, Selbstbewusstsein, selbstbestimmtes Leben.
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