Podiumsgespräch zu Arbeit, Alltag und Erinnerung
Merseburg. Eine Podiumsdiskussion lädt am 11. April 2026 um 17:30 Uhr ins Domstadtkino ein, die Arbeitswelt der DDR aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Die Diskutanten blicken dabei ganz unterschiedlich auf dieses Thema: Aus eigener Erfahrung, literarischer Perspektive und aus der Arbeit mit historischem Film- und Fernsehbeständen.
Arbeit war für viele DDR-Bürger weit mehr als Broterwerb. Sie strukturierte den Alltag, prägte Biografien und bestimmte nicht selten das Selbstverständnis ganzer Generationen. Genau hier setzt die Podiumsdiskussion „Die DDR-Arbeitswelt im Spiegel der Kunst“ an. Moderator Werner Popp bringt dafür eigene Erfahrungen aus den Leuna-Werken mit.
Mit Anett Gröschner ist eine Autorin zu Gast, die sich seit vielen Jahren literarisch mit Arbeit, Alltag und Lebenswegen von Frauen in der DDR auseinandersetzt. Sie liest aus ihrem aktuellen Buch „Schwebende Lasten“ und gibt damit Einblicke in Geschichten, die im offiziellen Bild der Vergangenheit oft zu kurz kommen.
Die ehemalige Chemikerin der Leuna Werke Christel Bradler erzählt von ihrem Berufsleben, von Verantwortung, Zusammenhalt und dem Stolz auf die eigene Arbeit. Am Samstag den 11. April ist sie zudem in der Dokumentation „Stolz und Eigensinn“ zu sehen, die Frauen aus DDR-Großbetrieben porträtiert.
Julia Sommer vom Deutschen Rundfunkarchiv ergänzt das Podium. Sie arbeitet mit dem filmischen Erbe von damals und beschäftigt sich damit, wie diese Bilder heute zugänglich gemacht werden. Ihre Perspektive zeigt, wie stark unsere Erinnerung auch von dem geprägt ist, was erhalten bleibt und wie wir es heute lesen.
Gemeinsam fragen die Gesprächspartner danach, wie Arbeit in Ostdeutschland vor 1990 erlebt wurde, wie sie künstlerisch verarbeitet ist und was davon bis heute nachwirkt, jenseits einfacher Urteile und festgefahrener Bilder.
Weitere Informationen zum Programm und zu Tickets finden Sie hier.

