17. Merseburger DEFA Filmtage

„Aus der DEFA-Kiste“

Sonntag, 12. Juni 2022, der dritte Tag der 17. Merseburger DEFA-Filmtage

Der Sonntag begann mit dem traditionellen Stummfilmangebot und „unserem“ Klavierspieler Günter A. Buchwald. Wolfgang Kubak hatte sich für den Film „Brüder“ entschieden, ein Film, der den Streik der Hafenarbeiter 1890 zum Thema hat. Trotzdem aktuell, denn die Brüder stehen sich feindlich gegenüber, der einen bei den Streikenden, der andere bei der Polizei, die den Streik verhindern bzw. beenden soll. Auch aktuell gesellschaftliche oder politische Ereignisse bringen Risse in die Familien.

Die zweite traditionelle Veranstaltung folgte: die Amateurfilmrunde, langjährig von Andreas Möhwald organisiert. Zahlreiche Amateurfilmer, spannend, unterschiedlichen Alters, zeigten ihre neuesten Produktionen. Auffallend, aber nicht neu, ist die familiäre Atmosphäre während dieser einen Stunde im Saal 2.

Unser vierter Dokumentarfilm zu den 17. beschäftigte sich mit der Wirtschaft in der DDR. Zwei Generaldirektoren gaben Auskunft über ihre Tätigkeit und eine Wertung aus heutiger Sicht. Spannend für mich war, dass beide Männer nach der Wende in leitende Positionen der neuen „Wirtschaft“ gerufen wurden. Martin Wolter vom Kulturamt der Stadt Merseburg moderierte eine sehr spannende Diskussion.

Carmen Maja Antoni ließ es sich nicht nehmen, trotz einem vollen Terminkalender nach Merseburg zu kommen. Am Tag vorher hatte sie einen Nachtdreh und am Montag sollte sie zu einem anderen Film vor der Kamera stehen. Es sind die kleinen Rollen, die ihre Filmschauspielkarriere prägen – auf der Bühne ist sie auch durch Hauptrollen bekannt. Wie sie im Gespräch sagte, sind diese kleinen Rollen für sie genauso wichtig, wie eine Hauptrolle, sie bereitet sich noch immer gründlich vor und ist mit großer Freude und Begeisterung dabei. Ihr lebhafter und diskussionsfreudiger Geist war bei den Gesprächen mit Knut Elstermann und Barbara Kaaden deutlich spürbar. Nicht für alle reichten die Bücher „Im Leben gibt es keine Probe“, aber das Programm der Filmtage war ein ebenso guter Grund, sich ein Autogramm geben zu lassen.

Carmen Maja Antoni war zu zwei DEFA-Filmen unser Gast, „Kindheit“, in dem sie, noch relativ jung an Jahren, eine liebevolle Großmutter spielt, und zum Film „Einfach Blumen auf’s Dach“.

Der Abschlussfilm der 17. Merseburger DEFA-Filmtage „Aus der DEFA-Kiste“ war der neue Film von Leila Stieler und Andreas Dresen „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“. Zum Filmgespräch mit Knut Elstermann hatten wir Jörg Hauschild eingeladen. Er wurde von Leila Stieler als Derjenige empfohlen, der mit seiner Arbeit, dem Filmschnitt, wesentlich die Arbeit der Drehbuchautorin im Film umsetzt. So gab es eine interessante Diskussion zum Film, insbesondere zur Wirkung bestimmter Szenen oder auch zur Frage, was hätte weggelassen werden können.

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