Programm

Die 15. Merseburger DEFA-Filmtage im Überblick

7. März, 16.00 Uhr: Filme historisch gesehen

7. März, 17.00 Uhr: „Fallada - letztes Kapitel“

Spielfilm, DDR, 1988, 101 Min., FSK: Keine Angabe

Regie: Roland Gräf, Drehbuch: Helga Schütz, Darsteller: Jörg Gudzuhn, Jutta Wachowiak, Corinna Harfouch, Ulrike Krummbiegel, Marga Legal, Hermann Beyer, Katrin Sass

 

Zu Gast zum Filmgespräch: Jörg Gudzuhn

Moderation: Marion Brasch

© DEFA-Stiftung/ Wolfgang Ebert

Es sind die letzten Jahre Hans Falladas. Er befindet sich in einer Schaffenskrise. Das Schreiben gelingt nicht mehr und die Machtergreifung der Nazis macht es nicht einfacher. Aus Geldsorgen nimmt er den Auftrag für ein Drehbuch an. Doch auch hier setzt ihn das Regime immer unter Druck. Fallada flüchtet sich in eine Welt aus Alkohol, Drogen und Tabletten. Als Fels wirkt nur seine Frau Anna, die den labilen Künstler immer wieder auffängt. Der Film ist eine Hommage an Fallada und gewährt einen ungeschönten Blick auf die letzten Jahre des Schriftstellers. Vor allem das mitreißende Spiel des Schauspielensembles überzeugt. Jörg Gudzuhn lässt einen mit dem Protagonisten leiden. Dafür diente unter anderem Carwitz als Kulisse.

7. März, 17.30 Uhr: „Das Wasserschloss“ aus „Das unsichtbare Visier“

16-teilige Spionageserie: 1. Staffel, 3. Folge, DDR 1973, 70 Min., FSK: 12

Regie: Peter Hagen, Drehbuch: Herbert Schauer und Otto Bonhoff, Musik: Walter Kubiczek, Darsteller: Armin Mueller-Stahl, Wolfgang Greese, Jessy Rameik, Alfred Struwe, Giso Weißbach

 

Zu Gast zum Filmgespräch: Giso Weißbach

Moderation: Barbara Kaaden

© Sitftung Deutsches Rundfunkarchiv/ Rudi Meister

Es war DIE Spionageserie der DDR „Das unsichtbare Visier“ und erfreute sich sehr großer Beliebtheit bei den Zuschauern. Dazu trug neben einer guten Umsetzung der Romanvorlage von Herbert Schauer und Otto Bonhoff auch der charismatische Armin Mueller-Stahl bei. Er verkörperte den Hauptdarsteller Werner Bredebusch, der - von der Stasi angeworben - die Identität der Jagdfliegers Achim Detjen annimmt und in der BRD Kontakte zu weiteren ehemaligen Luftwaffensoldaten knüpft. Fortan ist er Doppelagent, der immer wieder Akteur in heiklen Momenten des Ost-West-Konfliktes wird. Die Folge „Das Wasserschloss“ markiert dabei den Abschluss der Einführungsgeschichte um den Stasi-Kundschafter. Dafür verwandelte sich das Thüringer Schloss Burgk in den geheimen Konferenzsort bei Delmenhorst, wo Politik und Militärs über die Wiederbewaffnung der BRD diskutierten.

7. März, 18.00 Uhr: „Wolz - Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten“

Spielfilm, DDR, 1973, 110 Min, FSK: 12

Regie: Günter Reisch, Drehbuch: Günter Reisch, Günther Rücker, Werner Beck, Darsteller: Regimantas Adomaitis, Heidemarie Wenzel, Erwin Berner, Herwart Grosse, Helga Göring

 

Zu Gast zum Filmgespräch: Heidemarie Wenzel

Moderation: Andreas Montag

© DEFA Stiftung/ Norbert Kuhröder

Kennen Sie Max Hoeltz? Der Revolutionär und Rebell ist das reale Vorbild für „Wolz – Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten“ und sorgte mit spektakulären Taten in der Zwischenkriegszeit für Aufsehen. Regisseur Günter Reisch setzt mit dem Film von 1973 dem Revolutionär ein Denkmal. Ignaz Wolz ist durch und durch Idealist. Nach einem Schlüsselerlebnis im Schützengraben des Ersten Weltkriegs lehnt er den Kapitalismus entschieden ab. Im Berlin der zwanziger Jahre beginnt er daraufhin die Reichen zu berauben und es den Armen zu geben, zur Not auch mit Waffengewalt. Dafür überfällt er auch eine Polizeiwache und trifft dort seinen alten Kriegskameraden Ludwig wieder, der Wolz für die sozialistische Revolution gewinnen will. Er will aber von Streiks und Arbeitskampf nichts hören und bleibt bei seinem radikalen Kurs. Trotzdem unterstützt ihn Ludwig, verkörpert durch Stanislaw Lubschin, weiter. Mit Hilfe der gutbürgerlichen Agnes (Heidemarie Wenzel) scheint es für den unverbesserlichen Idealisten doch noch ein Happy End zu geben.