Programm

Die 15. Merseburger DEFA-Filmtage im Überblick

7. März, 18.30 Uhr: Thomas Bille fragt Knut Elstermann

Film: "So klang die DEFA - Filmmusik aus Babelsberg"

Dokumentarfilm, Deutschland 2018, 45 Min., FSK: Keine Angabe

Regie: Knut Elstermann

 

Zu Gast zum Filmgespräch: Knut Elstermann

Moderation: Thomas Bille

 

Lust auf eine musikalische Zeitreise in die Welt der DEFA? Schließlich verbindet man mit den Kinoklassikern nicht nur Bilder, sondern auch Melodien und Lieder. Untrennbar sind die Filme mit Zeitgeist und aktuellen Musikströmungen verbunden. Streifen wie „Heißer Sommer“ erreichten musikalischen Kultstatus. Manche Lieder wie „Geh zu ihr“ von den Puhdys aus dem Film „Paul und Paula“ entfalteten ein Eigenleben neben der Leinwand und wurden ein Stück Pop-Kultur. Umgekehrt fanden bekannte Interpreten wie Frank Schöbel ihren Weg auf die Leinwand und machten so Karriere neben der Musik. Die Dokumentation „So klang die DEFA - Filmmusik aus Babelsberg“ von Knut Elstermann holt diese bekannten Melodien wieder hervor, blickt auf deren Entstehung und zeigt die musikalischen Macher hinter den Erfolgen. Komponisten, Musiker und Schauspieler der Zeit wie Christel Bodenstein oder Peter Gotthard kommen zu Wort und schildern aus ihren eigenen Erinnerungen.

7. März, 20.30 Uhr: „BITTE NACH MITTE! – Die Schauspielschule „Ernst Busch“ zieht um“

Dokumentarfilm, Deutschland, 2019, 62 Min., FSK: Keine Angabe

Regie: Anne Osterloh

 

Zu Gast zum Filmgespräch: Anne Osterloh

Moderation: Ulrich Jacobi

Filmplakat

Die älteste deutsche Schauspielschule zieht 2018 um. Die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ wandert vom Osten Berlins in einen zentralen Neubau im Herzen der Stadt. Der Fortbestand und der letztliche Umzug ist auch ein Symbol für die Wiedervereinigung der Kulturszene nach der Wende, der nur durch den entschiedenen Protest der Schauspielschüler und Professoren zu Stande kam. Anne Osterloh lässt in ihrer Dokumentation „Bitte nach Mitte“ die Geschichte des Hauses Revue passieren. In persönlichen Erzählungen berichten ehemalige Schüler, Absolventen oder Lehrende, die inzwischen selbst echte Stars sind.

8. März, 12.00 Uhr: Amateurfilmrunde

8. März, 12.30 Uhr: „Menschen am Sonntag“

Stummfilm mit Klavierbegleitung, Deutschland 1930, 74 Min., FSK: keine Angabe

Regie: Robert Siodmak, Billie Wilder

Darsteller: Erwin Splettstößer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen, Christl Ehlers, Annie Schreyer

 

Pianist: Günter A. Buchwald

Im Anschluss: Filmgespräch, Moderation: Wolfgang Kubak

Menschen am Sonntag

Das Berlin der Zwischenkriegszeit ist eine pulsierende Metropole. Dieses Leben in all seiner Facetten fängt Robert Siodmaks in seinem dokumentarischen Spielfilm „Menschen am Sonntag“ ein und lieferte damit ein gefeiertes Werk der „Neuen Sachlichkeit“. Dabei waren die Dreharbeiten mit zahlreichen Problemen behaftet: Geldmangel, die Crew unerfahren, die Darsteller Laien sowie permanenter Clinch zwischen Regisseur Siodmaks und dem Drehbuchautor, dem späteren Oscargewinner Billie Wilder. Die Überraschung gelingt. Der flüchtige Alltag vier junger Berliner wird unverstellt auf Film gebannt und erzählt episodisch das gemeinsame Wochenende der Akteure. Der Streifen, ein Loblied auf die Kultur und die Vitalität der Großstadt. Besonders spannend heute: Der Blick auf ein verschwundenes Berlin mit all seinem historischen Flair. Durch Klavier live begleitet, entpuppt sich der Stummfilm als der Geheimtipp der 15. DEFA-Filmtage.