17. Merseburger DEFA Filmtage

„Aus der DEFA-Kiste“

Ein Wort zum Stummfilm

In der heutigen Zeit – aber bereits mit dem Aufkommen der ersten Tonfilme - mag der Stummfilm beim breiten Filmpublikum als eine noch in den Kinderschuhen steckende Entwicklung erscheinen.

Dabei unterliegt man einer weitverbreiteten Fehleinschätzung. Bereits in den Anfangsjahren koppelte man die gerade erfundene Schallplatte für lippensynchrone Dialoge mit dem Filmbild. Da dies bei längeren filmischen Kunstwerken noch nicht ging, entschied man sich, diese Filme mit Musik zu unterlegen. Nun wissen wir nicht genau, ob die absolute Dunkelheit im Kino mit den Laufgeräuschen der Kinoprojektoren dazu führte die Atmosphäre bei solchen Veranstaltungen mit einem  Pianisten am Klavier zu verbessern. Eine musikalische Begleitung der Vorführung war somit selbstverständlich.

Der Stummfilm entwickelte sich sehr schnell zum populärsten Medium seiner Zeit und zog ab 1910 viele Besucher in speziell gebaute Kinosäle oder sogar Kinopaläste.

Hier konnten neben der Kinoorgel – die häufig auch mit speziellen Geräuschen ausgestattet war – auch größere Filmorchester spielen.

So kam es, dass für große Filmproduktionen auch gleich die entsprechende Filmmusik für einen Solokünstler oder das Filmorchester komponiert wurden.

Man muss heute sagen, dass gerade die besondere Ausdruckskraft der niemals stummen Filme mit großer Begeisterung beim Publikum aufgenommen wurde. Ja, die Regisseure und Produzenten sehr lange überhaupt kein Interesse an echten Tonfilmen zeigten.

Heute sind natürlich aus historischer Sicht viele Stummfile Kunstwerke, die mit ihrer Kameraregie Pionierarbeit für moderne Produktion leisteten.

Wir möchten Ihnen gern dieses ganz besondere Filmerlebnis mit Klavierbegleitung beim Kinobesuch zu den 17. Merseburger DEFA-Filmtagen im Juni wieder bieten.

Dabei sollte der Stummfilm auch immer thematisch zum Inhalt der DEFA-Filmtage passen.

Für dieses Jahr haben wir den Stummfilm „Brüder“ von dem Regisseur Werner Hochbaum von 1929 im Programm. Die Handlung spielt zur Zeit des Hamburger Hafenarbeiter Streiks 1896. Am Klavier wird wieder der renommierte Stummfilmmusiker Günter A. Buchwald aus Freiburg den Film musikalisch begleiten.

Wolfgang Kubak

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