17. Merseburger DEFA Filmtage

„Aus der DEFA-Kiste“

Carmen Maja Antoni

Zu den 17. Defa-Filmtage in diesem Jahr können wir erstmals in Merseburg die Schauspielerin Carmen Maja Antoni begrüßen, die zu den bekanntesten Charakterdarstellerinnen Deutschlands gehört und bereits in zahlreichen Filmen auf der Leinwand und im Fernsehen mitgewirkt hat. Charakteristisch sind ihre mutigen, frechen, verschmitzten und lebensklugen Frauenrollen, die der kleinen, nur 1,50 m großen Schauspielerin Größe verleihen. Geboren wurde sie 1945 in Berlin und musste sich in schwierigen Zeiten durchsetzen, spielte bereits mit 11 Jahren Kabarett im DDR-Kinderfernsehen und studierte von 1962 – 1965 an der Filmhochschule in Babelsberg. Bereits während des Studiums hatte sie Engagements an bekannten Theaterbühnen des Landes, u.a. dem Hans-Otto-Theater in Potsdam, der Volksbühne in Berlin und dem Berliner Ensemble, wo sie bis 2013 festes Ensemblemitglied war.

Ihr Arbeitspensum war und ist erstaunlich. Neben der intensiven Theaterarbeit nahm sie Hörspiele auf, tourte mit Liederabenden und Lesungen und arbeitete als vielgefragte Synchronsprecherin. In ca. 25 Defa-Filmen spielte sie fast nur Nebenrollen (u.a. in „Das Kaninchen bin ich“, „Fräulein Schmetterling“, „Der Mann, der nach der Oma kam“ oder „Einfach Blumen aufs Dach“), aber ihre unverwechselbare Ausstrahlung blieb dem Publikum im Gedächtnis. Unvergessen sind auch ihre Figuren in den Fernseh-Mehrteilern „Kleiner Mann, was nun“, „Wege übers Land“ oder „Junge Frau von 1914“.

1987 erhielt sie endlich eine DEFA-Hauptrolle. Der Regisseur Siegfried Kühn besetzte sie in seinem autobiografisch geprägten Film "Kindheit" als seine selbstbewusste Großmutter, obwohl sie für die Rolle eigentlich zu jung war. Doch mit ihrem vielschichtigen Spiel und ihrer warmherzigen Charakterisierungskunst setzte sie dieser Frau ein beeindruckendes Denkmal. Beim 5. Nationalen Spielfilmfestival 1988 wurde Carmen Maja Antoni dafür als beste Darstellerin geehrt.

Heute ist ihr Ruhm sogar noch größer als zu DDR-Zeiten, vor allem dank zahlreicher erfolgreicher Fernsehproduktionen. Ob ihre unerschrockene "Ein-Meter-Fünfzig-Großmutter" in der dreiteiligen Strittmatter-Verfilmung "Der Laden" (1998), ob als Kriminalkommissarin, Schwiegermutter oder vor allem als spröde Schwester von Horst Krause in den Filmen über den Dorfpolizisten aus Brandenburg - immer spielt sie sehr glaubwürdige, volkstümliche Figuren, die wie mitten aus dem Leben erscheinen und doch das Ergebnis ihrer großen Kunst sind. Wir freuen uns sehr auf Carmen-Maja Antoni!

Barbara Kaaden

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