17. Merseburger DEFA Filmtage

„Aus der DEFA-Kiste“

Vom Kino „Völkerfreundschaft“ zum „Domstadtkino“

Kinos prägen die kulturelle Attraktivität von Innenstädten wesentlich mit. Deshalb wurde 1957 beim Wiederaufbau der schwer kriegszerstörten Stadt Merseburg in das Gebäudeensemble der heutigen König-Heinrich-Straße auch ein neues Kino integriert, das sogar eine damals hochmoderne Visionsbar vorweisen konnte. Tausende Merseburger machten im Kino „Völkerfreundschaft“ ihre ersten Filmerfahrungen, lachten und liebten mit ihren Filmhelden oder fanden selbst ihre große Liebe.

1993 wurde das Kino geschlossen, während ein privater Investor gegenüber auf dem Bahnhofsvorplatz einen neuen Kino- und Gewerbekomplex errichten wollte. Seine Hoffnungen auf umfangreiche Fördermittel erfüllten sich nicht. Stattdessen gründete sich 2002 der Förderverein Kino Völkerfreundschaft, als im Rahmen der Initiative URBAN 21 des Landes Sachsen-Anhalt die Stadt Merseburg beschloss, das ehemalige Kino Völkerfreundschaft zu erwerben und als Programmkino zu revitalisieren.

Zu den Merseburger Kulturgesprächen im Januar 2003 wurde das Haus erstmals nach längerer Zeit wieder öffentlich für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Sowohl während der zahlreichen Diskussionsforen als auch in der Merseburger Presse sprach sich die überwältigende Mehrheit der Merseburger Bevölkerung dafür aus, das ehemalige Kino zu beleben und damit einen neuen attraktiven Besuchermagneten in der Merseburger Innenstadt zu schaffen.

2004 erwarb die Stadt Merseburg das Grundstück vom Bundesvermögensamt. Am 30.08.2004 wurde mit den ersten Abbrucharbeiten begonnen. Die Baukosten betrugen insgesamt fast 3 Mio. Euro, die durch Fördermittel der EU und des Landes Sachsen-Anhalt sowie kommunale Finanzen aufgebracht wurden.

Ein privater Betreiber pachtete das sanierte Gebäude von der Stadt und stellte die Kinotechnik zur Verfügung. Am 29.09.2005 konnte der Spielbetrieb nach nur 13monatiger Bauzeit wieder aufgenommen werden. Statt eines Kinosaals können nun in vier Sälen Filme gezeigt werden. Der große Saal bietet 220 Gästen Platz, die beiden kleineren Säle haben jeweils 105 Plätze. Im unteren Geschoss wurde ein Saal mit 40 Plätzen eingerichtet und bietet mit einem Multifunktionsraum eine ideale Kulisse als Studiokino und für andere Veranstaltungen.

Bereits im März 2005 waren im Ergebnis eines Presseaufrufs mehr als 100 Vorschläge für eine neue Namensgebung eingereicht worden, in deren Ergebnis das Kino der Dom- und Hochschulstadt Merseburg nun „Domstadtkino“ heißt.

So konnten nicht nur ein wichtiges städtebauliches Zeugnis der Aufbauzeit Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Merseburg erhalten, sondern auch die Erinnerungen und das Lebensgefühl vieler Merseburger Bürger bewahrt werden, die heute nun wieder ihr altes "Kino Völkerfreundschaft" besuchen.

Schauen auch Sie doch mal vorbei, z.B. zu den vom Förderverein seit 2006 organisierten jährlichen DEFA-Filmtagen mit interessanten Gesprächsgästen aus der Filmszene!

Barbara Kaaden

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