12. Merseburger

DEFA Filmtage 17.-19.03.2017

 

 

12. Merseburger DEFA Filmtage "Mannsbilder"

Halina Czikowsky

Zweimal waren bereits die Frauen Thema der Merseburger DEFA-Filmtage, wann sind die Männer dran – so der Ruf der Männer im Förderverein Kino Völkerfreundschaft. Und was sagen die Frauen? Selbstverständlich, für die 12. werden Filme gezeigt, in denen die DEFA das sich wandelnde Bild des Mannes in der DDR aufzeigt. Die Spanne reicht vom Mann des Aufbaues, „Sonnensucher“, über den neuen Mann, „Zeit der Störche“, bis zum resignierenden Mann, „Der Traum vom Elch“.

Die mdr-Filmdokumentation „Kalaschnikow und Doppelkorn – Männer in DEFA-Filmen“ versucht die gesamte Bandbreite aufzuzeigen, die sich in 40 Jahren DDR entwickelte. Diese Dokumentation wird in einer Matinee-Veranstaltung am Sonntag, 19. März 2017 im Domstadtkino zu sehen sein. Traditionell sind Gäste eingeladen. Zu diesem Film wird es eine interessante Diskussion mit Regine Sylvester und Dr. Ralf Schenk geben. Zur Eröffnung am 17. März 2017 konnten wir Christian Steyer, Siegfried Kühn und Knut Elstermann gewinnen. Die drei Herren werden zum Bild des Mannes im Film „Der Traum vom Elch“ einen spannenden Disput führen. Siegfried Kühn ist gleich noch einmal im Gespräch, wenn es um den Mann im Film „Zeit der Störche“ geht. Das ist nicht allein der Film, mit dem Winfried Glatzeder sein Durchbruch bei der DEFA gelang, der Film gilt als der, in dem der neue Mann sich präsentierte. Winfried Glatzeder wird seine Meinung dazu persönlich kundtun.

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Das waren die 11. DEFA Filmtage

 

In diesem Jahr wäre die Defa, die einstige staatliche Filmgesellschaft der DDR, 70 Jahre alt geworden. Seit elf Jahren ist die Würdigung von wichtigen Produktionen aus der ostdeutschen Traumfabrik und ihrer Darsteller auch ein fester Bestandteil im Kulturkalender von Merseburg: in Gestalt der Defa-Filmtage.

Ein Höhepunkt der diesjährigen Auflage war die Wiederaufführung von „Ein irrer Duft von frischem Heu“. Das ist ein Farbfilm, der eine kunterbunt-leichte Geschichte erzählt, die auf dem gleichnamigen Lustspiel von Rudi Strahl (1931-2001) fußt und vor allem unterhalten will. Gewiss, aus dem Abstand von gut vier Jahrzehnten wirkt die Ästhetik des Films leicht angestaubt, die Dramaturgie etwas betulich. Im Zeitalter der schnellen Schnitte ist die 1977 in die Kinos der DDR gekommene Komödie mit Ursula Werner und Peter Reusse jedoch ein Beitrag zur cineastischen Entschleunigung. Und die verfehlte, wie bei der Eröffnung der 11. Merseburger Defa-Filmtage zu erleben war, ihre Wirkung beim Publikum nicht. Die Zuschauer, das zeigte ein Blick in den Saal, waren alt genug, um das Land, in dem der Streifen spielt, noch selbst erlebt zu haben. Ein Staat, in dem der Ausruf „Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger“ allgegenwärtig war. weiter